Volker Schnurrbusch: „Syrien, Irak, USA – Märchen aus dem Spiegel-Kabinett“

    Volker Schnurrbusch

    Der Spiegel gerät wegen frei erfundener Reportagen in die Kritik. Volker Schnurrbusch, medienpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, erklärt dazu:

    „Unter dem Herausgeber Rudolf Augstein galt er als selbsternanntes ‚Sturmgeschütz der Demokratie‘, unter Stefan Aust mutierte er zum Lifestyle-Organ, heute bildet er mit Zeit und Süddeutscher Zeitung das letzte Bollwerk linksliberaler Meinungsmache: Der Spiegel gab bis heute den Ton an, wenn es um die Besetzung von Begriffen, die Setzung von Themen, aber auch die Bevormundung des Volkes durch eine kleine, abgehobene Elite geht, die Soziales und Ökologisches predigt, aber selbst in einer gut gepolsterten Blase lebt, die von Salon-Sozialisten und grünen Besserverdienern bevölkert ist. Die Arroganz der Meinungsmacht führte in den letzten Jahren dazu, dass große Teile der Deutschen den sogenannten ‚Mainstream-Medien‘, zu denen auch die öffentlich-rechtlichen Sender gehören, immer mehr misstrauen.

    Das böse Wort von einer ‚Lügenpresse‘ machte die Runde, obwohl die meisten Journalisten ihre schwierige tägliche Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen verrichten dürften. Der nun aufgedeckte Skandal über eine ganze Serie von erfundenen Reportagen im Spiegel wirft einen dunklen Schatten auf die gesamte Branche, da das Hamburger Nachrichtenmagazin dank seiner hervorragenden Dokumentationsabteilung als Leitmedium gilt, das Trends und Themen vorgibt, die von anderen Medien gerne aufgegriffen werden.

    Die komplett erfundenen Geschichten der letzten Jahre drehen sich unter anderem um syrische Kinder, junge Flüchtlinge in türkischen Lagern, den von Donald Trump kritisierten schwarzen Football-Spieler Colin Kaepernick oder ganz normale US-amerikanische Kleinstadtbewohner, die angeblich Rassisten sind. Jetzt stellt sich heraus: Alles Lüge.

    Der Spiegel wird Jahre brauchen, um diesen Skandal zu verdauen, so wie der Stern seinerzeit die gefälschten Tagebücher. Die Frage ist, ob in Zeiten, in denen die meinungsbildenden Medien auf dem hohen Ross sitzen und alternativen Medien gerne ‚Fake News‘ vorwerfen, die Bürger das verlorene Vertrauen wieder aufbringen werden.

    Die enorme Dimension der Lügenserie erschüttert den Anspruch der selbsternannten Meinungsmacher bis ins Mark. Denn der Autor blieb jahrelang unbehelligt und wurde von seinen angeblich so aufgeklärten Berufskollegen wiederholt mit Preisen für die ‚Beste Reportage‘ ausgezeichnet. Statt medien- und regierungskritische Bürger zu diskreditieren, zu diffamieren oder zu verlachen, ist es nun an der Zeit für die Chronisten der Eliten, sich selbst den Spiegel vorzuhalten und Selbstkritik zu üben. Denn die Krise der Medien ist auch eine Krise des Establishments. Und das ist eine Geschichte, die von den Betroffenen nur ungern erzählt wird.“

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