Volker Schnurrbusch: „Erinnerung an die Volksabstimmung offen und ehrlich aufrechterhalten“

    Der Europa-Ausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtags beriet heute über das für 2020 geplante 100-jährige Jubiläum der Volksabstimmung über die Zugehörigkeit zu Deutschland oder Dänemark. Der Sprecher der AfD-Fraktion für Europa und Minderheiten, Volker Schnurrbusch erklärt dazu:

    „Die Volksabstimmung von 1920 hatte nicht nur eine neue Grenze zur Folge, die das Deutsche Reich und das Königreich Dänemark trennte, sondern auch das Land Schleswig teilte. Tausende Deutsche wachten am 11. Februar 1920 zwar immer noch in Nordschleswig auf, aber nicht mehr in Deutschland. Durch den Zuschnitt der Abstimmungsbezirke und das Wahlverfahren gerieten auch Orte auf die dänische Seite, die mehrheitlich deutsch waren, wie Tondern, Apenrade und Sonderburg und viele andere mehr. Daher empfanden viele betroffene Deutsche das Ergebnis als ungerecht.

    Es dauerte Generationen und erforderte die Bereitschaft zu Zugeständnissen auf beiden Seiten, bis die Grenze vollständig akzeptiert wurde. Heute, hundert Jahre danach, steht die deutsch-dänische Grenzregion für ein erfolgreiches wirtschaftliches und kulturelles Miteinander.

    Anlässlich des Jubiläums wird die Landesregierung die Themen Selbstbestimmung, Identität und Zukunft in den Vordergrund stellen. Dies ist besonders wichtig, da die geschichtliche Sicht auf dieses historische Datum in Deutschland und Dänemark sehr unterschiedlich ausfällt. Während die dänische Regierung den historischen Namen Schleswig durch Südjütland ersetzt hat und das Jubiläum 2020 unter das Motto ‚Wiedervereinigung‘ stellen wird, ist es Aufgabe der Landesregierung, auch die Schattenseiten der Grenzziehung von 1920 offen und ehrlich anzusprechen. Denn nur so können die Nachkommen der damals Betroffenen miteinander für eine friedliche und gedeihliche Zukunft eintreten.“

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