Volker Schnurrbusch: „Das ‚Containern‘ bleibt zu Recht illegal“

    Der Hamburger Justizsenator Till Steffen (GRÜNE) ist mit seinem Vorstoß, dass „Containern“ zukünftig strafrechtlich nicht zu verfolgen, gescheitert. Volker Schnurrbusch, agrarpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, erklärt dazu:

    „Der Vorstoß, das ‚Containern‘ zu entkriminalisieren, ist zu Recht gescheitert. Erstens wird das Entnehmen weggeworfener Lebensmittel aus Abfallcontainern in jeder Hinsicht einen bitteren Beigeschmack haben. Es ist nicht hinnehmbar, dass sich Menschen in einem wohlhabenden Land wie Deutschland aus dem Müll ernähren müssen. Zusätzlich ist es mit gesundheitlichen Risiken verbunden.

    Zweitens greift der Vorstoß zu kurz. Wir müssen uns vielmehr fragen, wie es überhaupt dazu kommt, dass immer noch so viele Lebensmittel auf dem Müll landen. Allein in Privathaushalten werfen wir in Deutschland rund 85 kg Nahrungsmittel pro Bürger in die Mülltonne. Das entspricht rechnerisch einem Wert von 235 Euro, die jeder Bürger quasi in den Müll wirft. Allerdings ist das nicht nur ein ökonomischer, sondern auch ein ökologisch bedeutender Schaden – berücksichtigen wir die Ressourcen, die entlang der Nahrungsmittelkette aufgewendet werden müssen.

    Drittens ist es ein rein ideologischer Vorstoß, der nur öffentlichkeitswirksam versucht, ein Nischenproblem aufzugreifen. Die Lebensmittelabfälle des Handels machen gerade einmal rund 5 Prozent der Verluste innerhalb der Nahrungsmittelkette aus. Und es geht ja darum, die Entnahme aus Müllcontainern des Handels zu legalisieren. Der Handel hat ein wirtschaftliches Interesse, die Verschwendung so gering wie möglich zu halten. Er ist schon von sich aus aktiv und setzt etwa dynamische Preisschilder ein oder spendet freiwillig an Hilfsorganisationen verwertbare Lebensmittelreste. Der Großteil der Lebensmittelabfälle entsteht jedoch in den privaten Haushalten, auf dem Transportweg oder auf den Feldern, weil Lebensmittel gar nicht erst geerntet werden.

    Die AfD setzt sich für gesunde, bezahlbare und hochwertige Lebensmittel ein. Wir wollen durch Regionalisierung und Direktvermarktung landwirtschaftliche Betriebe stärken und so Lebensmittelverschwendung schon am Anfang der Nahrungsmittelkette wirksam eindämmen.“

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