Obdachlosigkeit: „Die Augen vor den wirklichen Problemen des Landes nicht länger verschließen“

    Jörg Nobis, Fraktionschef der AfD im Kieler Landtag, fordert die Landesregierung auf, zur Verbesserung der Situation der Wohnungslosen in Schleswig-Holstein ein Sofortkonzept zu entwickeln.

    Zur Begründung führt er aus: „Obdachlosigkeit in Schleswig-Holstein ist ein großes Problem, das kontinuierlich wächst: Vor genau 10 Jahren gab es laut einer kleiner Anfrage der GRÜNEN Abgeordneten Monika Heinold, unserer heutigen Finanzministerin, insgesamt 4.936 Obdachlose in Schleswig-Holstein. Heute sind es nach Schätzungen der Diakonie bereits rund zehntausend.

    Auf eine solche Verdoppelung der Obdachlosenzahlen innerhalb einer Dekade muss die Politik in Schleswig-Holstein endlich reagieren.

    Zum einen, weil eine weitere Verschlechterung der Situation absehbar ist: bereits 260.000 Schleswig-Holsteiner sollen mittlerweile überschuldet sein, 7.000 mehr als noch im Jahr 2015. Außerdem reicht für fast 40.000 Schleswig-Holsteiner die reguläre Rente schon heute nicht mehr zum Leben. Das sind doppelt so viele Betroffene wie noch im Jahr 2003. Zum anderen fordert das Diakonische Werk aktuell, die seit 2007 gedeckelten Landeszuschüsse für die Beratungsstellen der Wohnungslosenhilfe von gut 590.000 Euro um 400.000 Euro zu erhöhen.

    Vor diesem Hintergrund muss die Landesregierung umgehend die derzeitigen Konzepte der ambulanten Wohnungslosenhilfe überprüfen und der realen Bedarfssituation anpassen. Dies betrifft die Kapazitäten der Notunterkünfte ebenso wie die Betreuungsund Beratungsangebote für Obdachlose und die finanzielle Ausstattung der Obdachlosenhilfe insgesamt.

    Jamaika darf für das wachsende Problem der Obdachlosigkeit nicht länger blind sein.“

    Weitere Informationen:

    Link zum Antrag der AfD-Fraktion im Original (Drs.-Nr.: 19/ 300): http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl19/drucks/00300/drucksache-19-00300.pdf

    Seite drucken