Jörg Nobis: „Der Fall Billy Six zeigt, dass bei der Pressefreiheit nicht mit zweierlei Maß gemessen werden darf“

    Jörg Nobis

    Im vollbesetzten Plenarsaal des Landtags hat heute Abend der deutsche Journalist Billy Six davon berichtet, wie er 119 Tage in einem Gefängnis des venezolanischen Geheimdienstes willkürlich gefangen gehalten wurde, welche diplomatischen Anstrengungen am Ende zu seiner Freilassung führten und welch geringen Anteil das Auswärtige Amt daran hatte. Jörg Nobis, Vorsitzender der AfD-Fraktion, erklärt dazu:

    „Dass die Bundesregierung im Fall von Billy Six nicht die gleichen Anstrengungen zu      dessen Freilassung unternommen hat, wie im Fall des 2017 in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel, ist ein Skandal.

    Die Halbherzigkeit, mit der sich das Auswärtige Amt um die Freilassung bemühte, rief Erinnerungen wach an das Schicksal einer Deutschen, die 1977 in einem argentinischen Gefängnis verstarb, weil die damalige Bundesregierung ebenfalls untätig geblieben war.

    Beiden Fällen ist gemein, dass diese inhaftierten Deutschen jeweils keine Exponenten der Regierungslinie ihrer Zeit waren. Billy Six schreibt unter anderem für die regierungskritische Wochenzeitung ‚Junge Freiheit‘. Letztlich bewirkte eine diplomatische Intervention Russlands seine Freilassung. So konnte Billy Six heute im Kieler Landtag von seiner Odyssee berichten und einem interessierten Publikum Rede und Antwort stehen.

    Wir als AfD-Fraktion ziehen aus diesem Abend den Schluss, dass in Sachen Pressefreiheit offenbar mit zweierlei Maß gemessen wird und der Schutz von deutschen Journalisten im Ausland je nach politischer Opportunität unterschiedlich intensiv betrieben wird. Das muss sich grundlegend ändern – die Bundesregierung muss sich für alle Journalisten gleichermaßen einsetzen – auch für regierungskritische.“

    Bilder von der Veranstaltung:

    Seite drucken