Jörg Nobis: „Ausweitung der Corona-Tests, Desinfektion im ÖPNV und Schutzkleidung für Hilfskräfte – darauf kommt es jetzt an“

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    Einen Tag nach der Regierungserklärung von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) zu den neuesten Maßnahmen der Landesregierung im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus ist die Zahl der nachgewiesenen Infektionen in Schleswig-Holstein von 196 auf 256 gestiegen. Jörg Nobis, Vorsitzender der AfD-Fraktion, erklärt anlässlich der aktuellen Corona-Lage in Schleswig-Holstein:

    „Der gestern von Ministerpräsident Günther im Landtag vorgestellte Maßnahmenkata log zur Eindämmung des Corona-Virus im Land ist gut und richtig gewesen. Angesichts der weiter steigenden Zahl von Infektionen darf die Landesregierung jetzt aber nicht stehenbleiben. Wir fordern Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) deshalb auf, weitere Schritte zu ergreifen:

    1. Ausbau der Corona-Testzentren

    Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein ist nach eigenen Angaben (Stand: 17.03.) derzeit dabei, 6 Zentren für Corona-Tests im Land einzurichten. Dass diese bei rund 3 Millionen Einwohnern nicht ausreichen werden, ist schon jetzt absehbar. Die Kapazitäten müssen deshalb schnellstmöglich aufgestockt und dem tatsächlichen Bedarf angepasst werden, wozu in unserem Flächenland auch mobile Testzentren zählen.

    2. Ausweitung des zu testenden Personenkreises

    Bislang werden ausschließlich Personen auf Corona getestet, die aus einem Risiko- gebiet kommen oder mit nachweislich Covid19-Infizierten Kontakt hatten. Personen, die im Gesundheits-, Pflege- oder Rettungswesen arbeiten, und arbeitsbedingt engen Kontakt zu vielen Menschen haben, werden nicht automatisch getestet, obgleich sie im Infektionsfall viele Personen anstecken könnten. Das muss sich ändern. Außerdem muss sich jeder, der deutliche Symptome aufweist, auf Corona testen lassen können.

    3. Versorgung mit Schutzbekleidung

    Nach wie vor ist zu beobachten, dass Personen, die berufsbedingt einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind, nicht über angemessene Schutzkleidung verfügen, namentlich Ärzte, Rettungskräfte, Pfleger oder Polizisten. Die Landesregierung muss hier schnellstmöglich für Abhilfe sorgen und die notwendige Schutzbekleidung beschaffen und verteilen.

    4. Desinfektion im ÖPNV und Einzelhandel

    Auch alle Personen, die auf die Nutzung des ÖPNV angewiesen sind, müssen bestmöglich vor einer Infektion geschützt werden. Deshalb muss die Landesregierung darauf hinwirken, dass der ÖPNV die Fahrgasträume seiner Busse und Schienenfahrzeuge regelmäßig und in möglichst kurzen Abständen desinfiziert. Dass dies möglich ist, zeigt das Beispiel aus Shanghai, wo man bereits erfolgreich mit UV-Licht arbeitet. Auch Supermärkte und Drogerien sollen angehalten werden, ihre Einkaufswagen entsprechend zu desinfizieren.

    All diese Maßnahmen müssen jetzt unverzüglich umgesetzt werden, um eine weitere Verbreitung des Virus bestmöglich einzudämmen.“

    Weitere Informationen:
    • KN-Artikel „253 bestätigte Corona-Fälle in Schleswig-Holstein“ vom 19. März 2019: https://www.kn-online.de/Nachrichten/Schleswig-Holstein/253-bestaetigte-Corona- Faelle-in-Schleswig-Holstein-Stand-19.3.2020
    • SHZ-Artikel „Überblick über den Kreis Pinneberg: Coronavirus: Test für Verdachtsfälle im Kreis“ “ vom 19. März 2019: https://www.shz.de/lokales/pinneberger-tageblatt/coronavirus-testzentren-fuer- verdachtsfaelle-im-kreis-harry-brot-widerspricht-fake-news-jetzt-54-infizierte- id27749242.html
    • FAZ-Artikel „Shanghai desinfiziert Busse mit UV-Licht“ vom 13. März 2019
    https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/coronavirus-shanghai-desinfiziert-busse-mit-uv- licht-16677655.html

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