Jörg Nobis: „Bessere Taktung für AKN und S-Bahn im Hamburger Umland!“

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    Die SPD-Fraktion fordert die Landesregierung auf, die Taktfrequenz für die AKN und den S-Bahnverkehr in Schleswig-Holstein „deutlich zu verbessern.“ In der Landtagsdebatte zu diesem Antrag der SPD erklärt Jörg Nobis, Vorsitzender der AfD-Fraktion in seiner Rede dazu:

    „Mit dem vorliegenden Antrag fordert die SPD einmal mehr ‚Verbesserungen‘ für Berufspendler im Schienenpersonennahverkehr, dieses Mal am Beispiel der Strecken der AKN und der S-Bahnen in der Metropolregion Hamburg. Höhere Taktfrequenzen sollen dort das Verkehrsangebot steigern. Das unterstützen wir grundsätzlich.

    Die Taktfrequenz in den Stoßzeiten ist mittlerweile auf vielen der genannten Strecken akzeptabel, lässt aber in den Neben- und Randzeiten stark zu wünschen übrig. Der 40-Minuten-Takt zwischen Eidelstedt und Kaltenkirchen an Sonn- und Feiertagen ebenso wie am Abend steht exemplarisch für ein längst nicht mehr zeitgemäßes Angebot.

    Der grundsätzliche Bedarf auf dieser Strecke wurde auch im Rahmen der Planfeststellung des S21-Ausbaus festgestellt.

    Wenn wir es ernst meinen mit einer Stärkung des ÖPNV gerade auch im verkehrstechnisch stark belasteten Hamburger Speckgürtel, dann muss das Angebot insgesamt attraktiver werden. Dazu gehört nicht nur die Taktfrequenz im Berufsverkehr, sondern auch die zu anderen Zeiten: Wenn der ÖPNV nur zu ausgewählten Tageszeiten eine Alternative ist, dann ist er eben keine.

    Perspektivisch ist deshalb auch ein durchgehender Nachtbetrieb erstrebenswert. Da stößt der SPD-Antrag an seine Grenzen: Alles darin ist wünschenswert, aber nicht alles in der genannten  Zeitspanne auch umsetzbar.  Die  Finanzierung einer Taktverdichtung und Taktausweitung de facto aller Hamburger S-Bahn-Linien, durchgängiger Nachtbetrieb und das alles am besten sofort: Das ist unrealistisch, so ehrlich müssen wir den Bürgern gegenüber sein.

    Der Alternativantrag der Regierungskoalition zeigt vor allem, dass Jamaika sich zwar mittlerweile um die Probleme mit der Deutschen Bahn an der Westküste kümmert, aber das Hamburger Umland aus dem Blick verloren hat.

    Ihr Antrag taugt viel – für das ganze Land. In den Kreisen Pinneberg, Segeberg und Stormarn geht er an der Lebenswirklichkeit vorbei.

    Die beiden Anträge sind aus unserer Sicht weniger ‚alternativ‘, als durchaus ergänzend zueinander.

    Wie wir gerade erst vorgestern in der Landeszeitung nachlesen konnten, ist das Grundproblem des Bahnverkehrs – in der Fläche! – nicht die fehlende Quantität, sondern unverändert die fehlende Qualität.

    Auch bei normalem Wetter müssen Bahnreisende in Schleswig-Holstein immer öfter mit Verspätungen rechnen. Die Unpünktlichkeit ist – anders als beispielsweise bei der AKN – im Landesschnitt deutlich höher als im Bundesdurchschnitt.

    Seit dem Jahr 2016 reduzierte sich die Pünktlichkeitsquote des Nahverkehrs im Norden von 91 auf 84,5 Prozent, wogegen der Durchschnittswert bundesweit nach wie vor bei 91 Prozent liegt. Hier liegen die entscheidenden Ursachen für die verbesserungswürdige Akzeptanz des ÖPNV in der Fläche. Es muss daher auch das Ziel sein, die Qualität des bereits bestehenden Angebots zu verbessern.

    Wir freuen uns auf die weitere Beratung beider Anträge in den Ausschüssen.“

    Weitere Informationen:

    • SPD-Antrag „Deutliche Verbesserungen für Pendlerinnen und Pendler im SPNV auf den Strecken der AKN und der S-Bahnen“ vom 6. Februar 2019:

    http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl19/drucks/01200/drucksache-19-01243.pdf

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