Dr. Frank Brodehl: „Haupt- und Realschulklassen an Gemeinschaftsschulen ermöglichen mehr Bildungserfolg – deshalb fordern wir sie“

    Der Bildungsausschuss hat in seiner gestrigen Sitzung mit den Stimmen von AfD, CDU, FDP und GRÜNEN eine Anhörung zur Wieder-einführung abschlussbezogener Klassen an Gemeinschaftsschulen beschlossen. Vorangegangen war im Dezember ein Gesetzesänderungsantrag der AfD, der zum Ziel hatte, dass an Gemeinschaftsschulen wieder abschlussbezogene Kurse als Hauptschul- und als Realschulklassen eingerichtet werden können. Dr. Frank Brodehl, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, erklärt dazu:

    „Dass die Jamaika-Koalition der von uns beantragten Anhörung zum Thema Wiedereinführung abschlussbezogener Klassen an Gemeinschaftsschulen zugestimmt hat, zeigt, dass auch die Landesregierung scheinbar endlich erkannt hat, dass die Abschaffung des bewährten gegliederten Schulsystems ein Fehler war.

    Die Vorstellung, dass man Schülern mit ihren unterschiedlichen Neigungen und Bega-bungen dadurch gerecht werden könne, dass man sie alle gemeinsam in einem Klassen-verband unterrichtet, hat sich in der Praxis längst als falsch herausgestellt. In vielen unserer Gemeinschaftsschulen finden deshalb bereits ‚Differenzierungskurse‘ in einzelnen Fächern bereits statt. Jetzt geht es darum, diesen Weg konsequent weiterzugehen und das Verbot der Vorgängerregierung, ‚Differenzierungskurse‘ eindeutig auf den Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife hin auszurichten, aufzuheben.

    Die Gesetzesinitiative der AfD-Fraktion zielt deshalb darauf ab, dass Lehrer, Eltern und Schüler der Gemeinschaftsschulen vor Ort selbst entscheiden sollen, auf welchem Weg sie ihre Schüler zum Schulabschluss führen wollen. Schon jetzt ist absehbar, dass sich die Mehrheit für die auch räumlich getrennte Differenzierung der Schüler zumindest in den Hauptfächern aussprechen wird – also gegen die sogenannte „Binnendifferenzierung“, bei der alle in einer Klasse gemeinsam unterrichtet werden.

    Alle Schüler unabhängig von ihren individuellen Fähigkeiten und Begabungen gemein-sam zu unterrichten, bringt nach bisheriger Erfahrung allenfalls Mittelmaß hervor. Wir fordern deshalb stattdessen, jeden Schüler entsprechend seiner tatsächlichen Bedürfnisse und Fähigkeiten zu unterrichten. Hier wird nicht zuletzt die Grundlage für die Qualität der Facharbeiter von morgen gelegt.

    Wir gehen davon aus, dass die Experten-Anhörung unsere Einschätzung bestätigen wird, dass Schüler besonders dann gute und sehr gute Leistungen erbringen, wenn sie mit etwa gleich starken Mitschülern zusammen lernen. Wir fordern deshalb schon seit langem, dass alle Schüler entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten gefördert und gefordert werden. Die jetzt beschlossen Anhörung ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“

    Weitere Informationen:

    • AfD-Gesetzänderungsantrag vom 29. November 2018:

    http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl19/drucks/01100/drucksache-19-01107.pdf

    Seite drucken