Volker Schnurrbusch: „Landgrabbing“ in Schleswig-Holstein

    Die Kauf-und Pachtpreise landwirtschaftlicher Flächen erreichen deutschlandweit Höchststände. Unter dem Einfluss hoher Margen durch erneuerbare Energien werden viele dieser Flächen nicht für die Kultivierung landwirtschaftlicher Erzeugnisse genutzt. Beim Bieterverfahren für neue Flächen haben vor Ort ansässige Landwirte oft das Nachsehen, weil der hohe Bodenpreis nicht mit der erwarteten Produktivität zu rechtfertigen ist.

    1. Wie haben sich die Pachtpreise in den letzten zehn Jahren in Schleswig-Holstein entwickelt (bitte nach Landkreisen und nach Gesamtzahl der Betriebe aufschlüsseln)?

    2.

    a) Wie viele Unternehmen, die nicht aus dem Agrarsektor stammen, haben nach Kenntnis der Landesregierung in Schleswig-Holstein landwirtschaftliche Flächen gepachtet oder besitzen landwirtschaftliche Flächen?

    b) Aus welchen Branchen stammen die in Frage 2a) nachgefragten Unternehmen (bitte Flächengröße pro Unternehmen und Branche aufschlüsseln)?

    c) Aus welchen Staaten stammen die in Frage 2a) nachgefragten Investoren und wie viele von diesen befinden sich im Eigentum einer ausländischer Regierung?

    d) Welcher Prozentsatz der in Frage 2a) nachgefragten landwirtschaftlich verpachteten Flächen dient der Landnutzung für Biogasanlagen und Ausgleichsflächen?

    3. Plant die Landesregierung Maßnahmen, um den Ankauf landwirtschaftlicher Nutzflächen in Schleswig-Holstein durch finanzstarke, aber agrarfremde Unternehmen zu erschweren? Wenn ja, welche? Wenn nicht, warum nicht?

    4. Wird der Verkauf von landwirtschaftlichen Flächen in Schleswig-Holstein gemäß Grundstückverkehrsgesetz regelmäßig behördlich genehmigt?

    drucksache-19-01397

     

    http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl19/drucks/01300/drucksache-19-01397.pdf

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