Jörg Nobis und Dr. Frank Brodehl: Schulabbrecherquote von „Geflüchteten“

    Vorbemerkung der Fragesteller:

    Am 15.11.2018 sagte Herr Staatssekretär Dr. Grundei im Finanzausschuss: „Wir haben eine hohe Anzahl von Schulabbrechern bei Geflüchteten. “Sowohl im „Chancenspiegel 2017“ als auch in uns bekannten weiteren Schulabbrecher-Studien wird jedoch lediglich zwischen Schülern deutscher und nicht-deutscher Staatsangehörigkeit unterschieden; eine Quote von Schulabbrechern unter Geflüchteten wird nicht besonders ausgewiesen.

    Quelle: https://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/ueberdurchschnittlich-viele-schulabbrecher-in-schleswig-holstein-id16239976.html

    Vorbemerkung der Landesregierung:

    Herr Staatssekretär Dr. Grundei hat in der Sitzung am 15.11.2018 folgende Aussage getätigt: „Die Abschlussquoten an allgemein bildenden Schulen für Schülerinnen und Schüler mit Hochschul-/Fachhochschulreife in Schleswig-Holstein steigen und nähern sich dem Bundesdurchschnitt. Die Quote ohne Abschluss fällt für 2016 besonders hoch aus. Der Grund dafür ist eine hohe Anzahl von Flüchtlingen, die aus unterschiedlichen Gründen das Schulsystem wieder verlassen.“

    1. Auf welche statistischen Angaben oder Quellen bezieht sich Staatssekretär Herr Dr. Grundei?

    Antwort: Eine Aussage zu „Schulabbrechern“ und dem Anteil von Flüchtlingen hieran wurde nicht getroffen und kann auch nicht getroffen werden, da „Schulabbruch“ kein Erhebungsmerkmal der Schulstatistik ist. Erhoben werden hingegen in allen Ländern gemäß den Vereinbarungen der Kultusministerkonferenz die Abschlussquoten an den allgemein bildenden Schulen. In diesem Zusammenhang wird auch der Anteil der Schülerinnen und Schüler berechnet, der entweder ein Förderzentrum oder eine allgemein bildende Schule ohne den „Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss“ verlässt. Dieser Anteil lag in Schleswig-Holstein mit 8,1 % 2016 deutlich höher als in den Vorjahren und im Jahr 2017. Nach Einschätzung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur ist dies begründet durch eine hohe Zahl von Flüchtlingen, die aus unterschiedlichen Gründen das allgemein bildende Schulsystem wieder verlassen haben (z. B. Rückkehr in das Heimatland, Wechsel des Bundeslandes, Wechsel in eine berufsbildende Schule) und als Abgänger ohne Abschluss gemeldet wurden. Die Beendigung des jeweiligen Schulverhältnisses kann folglich nicht mit einem „Schulabbruch“ gleichgesetzt werden. Eine solche nicht zulässige Gleichsetzung wird aber auch in dem von den Fragestellern zitierten Zeitungsartikel vorgenommen.

    2. Wie hoch ist die Schulabbrecherquote von Geflüchteten? (Bitte – auch für die Folgefragen – aktuelle Angaben und Vergleichszahlen der letzten fünf Jahre)

    Antwort: Vgl. Antwort zu Frage 1).

    3. Wie hoch ist die Schulabbrecherquote in Schleswig-Holstein insgesamt?

    Antwort: Vgl. Antwort zu Frage 1).

    4. Wie hoch ist die Schulabbrecherquote von deutschen Schülern mit Migrationshintergrund?

    Antwort: Vgl. Antwort zu Frage 1).

    5. Wie hoch ist die Schulabbrecherquote von deutschen Schülern ohne Migrationshintergrund?

    Antwort: Vgl. Antwort zu Frage 1).

    drucksache-19-01126

     

    http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl19/drucks/01100/drucksache-19-01126.pdf

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