Doris Wittgenstein Portrait blau Kleine Anfragen

 der Abgeordneten Doris von Sayn-Wittgenstein

Kleine Anfrage der Abgeordneten Doris Fürstin v. Sayn-Wittgenstein, AfD und Antwort der Landesregierung - Minister für Inneres, ländliche Räume und Integration

Drucksache: 19/67
Datum 20.07.2017

Viehdiebstähle und Übergriffe auf den Viehbestand in Schleswig-Holstein


Am 1. März 2017 berichteten die „Kieler Nachrichten“ im Artikel „Täter zerlegten Schaf auf Weide“ über einen Preetzer Schafhalter, dem achtmal innerhalb eines Jahres „Viehdiebe einzelne seiner Tiere gestohlen oder gleich vor Ort geschlachtet und zerlegt“ haben. In dem Bericht der „Kieler Nachrichten“ wird erwähnt, daß in besagtem Zeitraum Schafe auf der Weide des Nebenerwerbsbauern entweder gestohlen oder vor Ort „mit einem fachkundigen Kehlschnitt getötet worden“ sind. Das Ziel der Täter sei der Diebstahl des Fleisches gewesen.

1. Liegen der Landesregierung Daten darüber vor, wie viele Viehdiebstähle es in den Jahren 2014 bis 2016 in Schleswig-Holstein gab?

Antwort:
Ja.

In der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) können Diebstähle hinsichtlich des erstrebten oder erlangten Guts „Weidevieh“ ausgewertet werden, hierbei wird auch eine Schadenhöhe erfasst. Eine differenziertere Erfassung im Zusammenhang mit Tierdiebstählen erfolgt in der PKS nicht. Die PKS bildet als Ausgangsstatistik das Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen zum Zeitpunkt der Abgabe des Vorganges an die Staatsanwaltschaft ab, weshalb die Erfassung eines Falles in einem Berichtsjahr keinen Rückschluss auf die Tatbegehung im selben Kalenderjahr zulässt. Ergänzend wird dahingehend auf die Ausführungen in der Drucksache 18/6655 hingewiesen.

1.1. Wie viele und welche Tiere wurden in Schleswig-Holstein während des oben genannten Zeitraums gestohlen? (Aufschlüsselung nach Datum, Tierart, Rasse, Nutzungsart und geschätztem Wert) 

Antwort:
Im jeweiligen Berichtsjahr wurden in der PKS erfasst:
2016: 51 Fälle des Diebstahls mit erstrebtem/ erlangtem Gut „Weidevieh“
2015: 39 Fälle des Diebstahls mit erstrebtem/ erlangtem Gut „Weidevieh“
2014: 44 Fälle des Diebstahls mit erstrebtem/ erlangtem Gut „Weidevieh“


2. Liegen der Landesregierung Daten darüber vor, wie viele Fälle von Übergriffen auf den Viehbestand es in den Jahren 2015 und 2016 in Schleswig-Holstein gab? 

Antwort:
Eine Auswertung von Straftaten nach dem Tierschutzgesetz im Sinne der Anfrage ist nicht möglich, da keine Daten zur Art der angegriffenen Tiere in der PKS erfasst werden.


2.1. Wie viele und welche Tiere wurden in Schleswig-Holstein während des oben genannten Zeitraums verletzt und/oder getötet? (Aufschlüsselung nach Datum, Tierart, Rasse, Nutzungsart, Tötungsart und geschätztem Wert)

Antwort:
Es wird auf die Antwort zu Frage 2 verwiesen.


3. Wie viele Landwirte in Schleswig-Holstein waren in den Jahren 2014 bis 2016 Opfer von Viehdiebstählen oder Übergriffen auf ihren Viehbestand? (Bitte Aufschlüsselung nach Jahr und Tatort)

Antwort:
Landwirte werden in der PKS nicht als spezifische Opfergruppe erfasst, so dass keine Auswertung von Delikten zu ihrem Nachteil möglich ist.

3.1. Wie viele dieser Taten konnten von den Ermittlungsbehörden aufgeklärt werden?

Antwort:
Es wird Antwort zu Frage 3 verwiesen.

3.2. Liegen der Landesregierung Taten über die Herkunft der Täter vor?

Antwort:
Es wird Antwort zu Frage 3 verwiesen.

4. Was unternimmt die Landesregierung zur Bekämpfung des Deliktes Viehdiebstahl und sonstiger Übergriffe auf den Viehbestand?

Antwort:
Zeitliche oder örtliche Schwerpunkte sind bei Diebstählen von Weidevieh nicht erkennbar. Vor diesem Hintergrund werden keine besonderen Maßnahmen durch die Polizei ergriffen.

 

Quellehttp://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl19/drucks/00000/drucksache-19-00067.pdf