Kiel 301.quadratischAuf einem Abschnitt der A1 zwischen Lübeck und Reinfeld soll ab 2019 der Testbetrieb für Lastkraftverkehr mit elektrischer Oberleitung anlaufen. Die Bauarbeiten haben am Montag begonnen. Die Kosten, die bereits von 14 auf 19 Millionen Euro gestiegen sind, trägt der Bund. Jörg Nobis, energiepolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, erklärt dazu:

„Wie die Energiewende insgesamt ist auch die Ausstattung von Autobahnen mit elektrischen Oberleitungen eine Totgeburt. Selbst wenn der dreijährige Testlauf ergeben sollte, dass die Elektrifizierung des Güterlastverkehrs auf Autobahnen technisch möglich ist, ist heute schon absehbar, dass es nie zu einer flächendeckenden Elektrifizierung des deutschen Autobahnnetzes für LKW kommen wird. Denn die immensen Kosten, die damit verbunden sind, stehen in keinem ökonomisch vertretbaren Verhältnis zu dem erreichbaren Ergebnis.

Für den vollständigen Ausbau eines Oberleitungsnetzes entlang der Autobahnen A1 bis A9, wie 2012 vom Sachverständigenrat für Umweltfragen angeregt, würden 5.000 Kilometer Autobahnstrecke zur Elektrifizierung anstehen. Die nur 10 Kilometer lange Versuchsstrecke schlägt für den Steuerzahler mit 19 Millionen Euro zu Buche. Nach ersten Schätzungen werden demnach für den Gesamtausbau mindestens Kosten in Höhe von 9,5 Milliarden Euro anfallen.

Die sonderausgestatteten Hybrid-LKW sind in der Anschaffung mit 250.000 Euro dreimal so teuer wie konventionelle Zugmaschinen. Die Kosten der Spediteure für Anschaffung und Umrüstung werden an Industrie und Handel weitergereicht und sich schnell in steigenden Preisen für Lebensmittel und Konsumgüter niederschlagen.

Der Bundesrechnungshof bezeichnet die Energiewende schon heute faktisch als ökonomischen Irrsinn, weil dem enormen Aufwand der Bundesregierung und den großen Belastungen für die Bürger ein dürftiger Ertrag gegenüber stünde. Die Elektrifizierung der Autobahnen wäre ein weiterer Meilenstein auf diesem ökonomischen und ökologischen Irrweg. Die AfD-Fraktion lehnt deshalb die Elektrifizierung der Autobahnen für LKW ab.

Wir fordern stattdessen den Güterlastverkehr konsequent auf die Schiene zu verlagern.“

Weitere Informationen:

  • Hamburger Abendblatt „Pilotprojekt setzt A1 unter Strom“ vom 23. Oktober 2018:

https://www.abendblatt.de/region/article215629861/A-1-nach-Luebeck-wird-zur-Strom-Autobahn.html

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