fnfceagjokaehghkDie Landesregierung hat heute im Plenum zu der geplanten Anhebung der Besoldung von Grundschullehrern berichtet. Dr. Frank Brodehl, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, erklärt dazu in seiner Rede:

 „Die Arbeit, die an unseren Grundschulen tagtäglich von den Lehrkräften geleistet wird, verdient genau eine Bezeichnung: sie ist Managerarbeit.

Ganztag, Verlässlichkeit, Inklusion, Integration, DaZ, Präventionsprogramme, Netzwerk-Schule-Arbeit, Vergleichsarbeiten, Binnendifferenzierung, Mentoring, Sozialpädagogik, Neue Medien – und all das sind die Aufgabenbereiche, die für die Grundschulen in den letzten grob zehn, zwanzig Jahren hinzugekommen sind. Das einzige, was in diesem Zeitraum unverändert geblieben ist, ist die Besoldung. Gleichbleibender Lohn bei mehr Arbeit? Und das auf Dauer?

Die Rechnung dafür geht seit Jahren peus à peus beim Land ein und fällt – euphemistisch ausgedrückt – besorgniserregend aus. Bei der Besetzung von Planstellen haben wir ein Riesenproblem: Grundschullehrer zu werden, ist einfach nicht mehr so attraktiv wie früher. Und wir haben ein noch größeres Problem bei der Besetzung von Schulleitungsstellen – und das schon vor der kommenden Pensionierungswelle.

Zunächst zum Problem nicht besetzter Schulleiterstellen: Ich wage mal die Behauptung, dass dieses nicht in erster Linie an der unzeitgemäßen Besoldung liegt. Es sind einfach zu viele Aufgaben, die Schulleiter mittlerweile zu stemmen haben.

Und was passiert, wenn ein Schulleitungsposten nicht besetzt ist? Die Stellvertretung übernimmt notgedrungen ein, zwei, teils drei Jahre lang und bewirbt sich dann entgegen der eigentlichen Lebensplanung letztlich doch selbst auf die Stelle. Das ist allenfalls suboptimal und klappt in der Folge vor allem nur darum, weil die anderen Lehrkräfte ihre neue Chefin aus Kollegialität massiv unterstützen.

Dass die Landesregierung nun die Besoldung der Grundschulleitung anhebt, war also überfällig. Und auch die Priorisierung ist gut, denn wenn die Schulleitung motiviert arbeitet, hat das Auswirkungen auf den gesamten Schulalltag. Zuallererst profitiert davon das Lehrerkollegium.

Für die einfachen Lehrer ist eine Besoldungsanhebung erst in einem 2. Schritt geplant, aber – es gibt die klare Perspektive und die ist wichtig!

Wenn sich ein Grundschullehrer bislang Gedanken darüber gemacht hat, wie er „Karriere“ machen könnte, blieben ihm in der Regel 2 Möglichkeiten:

Der Wechsel an die Gemeinschaftsschule mit mehr als 50 Prozent seiner Unterrichtsverpflichtung – das haben in den letzten Jahren auch viele Kollegen gemacht. Sie haben dann A 13 erhalten und mussten statt 28 nur 27 Wochenstunden erteilen. Wo diese Lehrer dann gefehlt haben, ist klar. Beurteilen Sie selbst, ob das fair ist.

Die andere Möglichkeit war, sich auf eine Schulleitungsstelle oder Stellvertretung zu bewerben. Da hat man dann allerdings sehr genau geguckt, an welcher Schule man sich bewirbt, denn die Besoldung variiert hier minimal, während die Herausforderungen und die zu erledigenden Aufgaben weit auseinanderklaffen. Es ist einfach ein Unterschied, ob ich eine Dorfgrundschule oder eine Grundschule in einem Problembezirk einer Großstadt leite.

Wenn eine Lehrkraft allerdings eine leitende Funktion anstrebt, wird erwartet, dass sie als „Assistenz der Schulleitung“ fungiert. Sie übernimmt dann zusätzlich diverse, zeit-aufwendige Aufgaben der Schulleitung, vor allem aus dem Verwaltungsbereich. Und,    Sie erraten es, sie tut dies selbstredend ehrenamtlich. Es gibt nicht einmal eine Ab-minderungsstunde.  

Dass dies alles die Attraktivität einer Schulleitungskarriere nicht fördert, liegt auf der Hand. Letztlich stellt sich das Modell sogar als Ausnutzungsmogelpackung dar, mit der keiner der Beteiligten zufrieden sein konnte.

A13 für Grundschulleiter sofort und für Grundschullehrkräfte in Sichtweite findet die vollste Zustimmung der AfD-Fraktion. Diese Besoldung ist fair, entspricht den vielen neuen Verantwortungsbereichen. Und sie schafft Perspektive.

Wer hieran jetzt noch rummotzt, der agiert scheinheilig. Zumindest dann, wenn er selbst daran beteiligt war, das beschriebene unfaire System jahrelang zu stützen. Und auch darum, weil auch Oppositionsarbeit das Kostenargument nicht außen vor lassen kann.

Die geplanten Besoldungsanhebungen stellen einen wichtigen Schritt in Richtung ‚Lehrerberuf und Schulleitung wieder attraktiv machen‘ dar. Auf der nichtmonetären Seite gibt es aber noch weitere Baustellen, die angegangen werden müssen, wenn wir das Grundschullehramt wirklich wieder attraktiver machen wollen. Es muss um eine spürbare Entlastung von Lehrkräften und Schulleitung folgen. Weil Geld allein nicht glücklich macht, fordern wir deshalb noch weitergehende Maßnahmen:

  1. Verwaltungsassistenten, um Schulleitungen von bürokratischen Aufgaben entlasten
  2. durchgehende Doppelbesetzungen mit Sonderschullehrern in I-Klassen
  3. angemessene Anrechnungsstunden oder sogenannter Entlastungsstunden für alle zusätzlichen Aufgaben wie z.B. bei Klassenleiterfunktion
  4. kleinere Klassen, damit die Lehrer mehr Zeit für das einzelne Kind haben.

 

Weitere Informationen:

Jamaika-Antrag „Mehr Wertschätzung für unsere Grundschulen“ vom 18. April 2018 (Drucksache 19/694):

http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl19/drucks/00600/drucksache-19-00694.pdf

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