Dr. Frank BrodehlBildungsministerin Karin Prien möchte Schulen an sozialen Brennpunkten besonders fördern – allerdings erst 2019, wenn ihr Haus einen ‚Sozialatlas‘ fertiggestellt hat, der Brennpunktschulen und deren Bedarfe identifizieren soll. Dr. Frank Brodehl, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, erklärt dazu:

„Welche besondere Unterstützung Brennpunktschulen in Schleswig-Holstein benötigen, und wo sich diese befinden, muss dem Bildungsministerium doch schon längst bekannt sein. Schließlich haben viele dieser Schulen das Ministerium auf ihre Notlage immer wieder hingewiesen – leider ohne Erfolg.

Wie verzweifelt die betroffenen Schulen deshalb mittlerweile sind, erkennt man daran, dass drei von ihnen zuletzt den Verein ‚Schulen am Wind‘ gegründet haben – nur um über diesen nun auch die Öffentlichkeit auf ihre prekäre Lage und ihre Forderungen aufmerksam zu machen.

Dass Ministerin Prien diese Forderungen noch immer nicht aufgegriffen hat, und stattdessen auf die Fertigstellung des ‚Sozialatlas‘ pocht, ist nicht nachvollziehbar.

Ebenso wenig wie die Art der Hilfe, die sie für 2019 in Aussicht gestellt hat:  besondere Fortbildungen für Schulleitungen, eine Aufstockung der Kollegien und mehr Unterstützung durch Sozialarbeiter – wobei die Ministerin einen Schwerpunkt auf Grundschulen legen und Schulen im ländlichen Raum berücksichtigen will.

Dabei liegen die eigentlichen Brennpunktschulen zu allermeist in den Großstädten und sind Gemeinschaftsschulen. Und was diese am allermeisten und sofort benötigen sind: Kleinere Klassen mit maximal 18-20 Schülern. Denn nur so können Lehrkräfte den hohen Beratungs- und Betreuungsaufgaben gerecht werden, die sie pro Klasse erfüllen müssen.

Wenn Ministerin Prien jetzt auf Studien verweist, nach denen kleine Klassen keinen größeren Bildungserfolg brächten als große Klassen, geht das am eigentlichen Problem vorbei. Es geht nicht primär um Leistung, sondern darum, dass Unterricht überhaupt möglich ist. Ministerin Prien schränkt ihre Aussage ja selbst ein: durch kleine Klassen werden ‚Lehrkräfte von allem anderen entlastet, was außerhalb des Unterrichts liegt: Gespräche mit Eltern und der Jugendhilfe zum Beispiel‘. Genau darum geht es!

Von daher ist es unverantwortlich so zu tun, als ob die Klassengröße zweitrangig wäre.“

Weitere Informationen:

KN-Artikel „Ministerin verspricht schnelle Hilfe für Brennpunktschulen“ vom 07.03.2018:

http://www.kn-online.de/Nachrichten/Politik/Ministerin-verspricht-schnelle-Hilfe-fuer-Brennpunktschulen

Voraussetzungen für erfolgreichen Unterricht an Brennpunktschulen: https://www.schulenamwind.de/erfolgsbedingungen/

 

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