Dr. Frank BrodehlCDU, GRÜNE und FDP wollen die ‚Deutsch als Zweitsprache‘-Angebote, mit denen an den Schulen in Schleswig-Holsteins weiterentwickeln und ausbauen. Dr. Frank Brodehl, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, erklärt in seiner heutigen Rede dazu:

Die Rahmenbedingungen des Deutsch als Zweitsprache-Unterrichts sind durch die Folgen der Flüchtlingskrise inzwischen kaum mehr haltbar: Zu wenige Lehrer, überlastete Lehrer, Angebote, die die Schüler nicht dort abholen, wo sie stehen und nicht zuletzt: Bei immer mehr Schulstandorten, die DaZ-Zentrum sind, kippt das Verhältnis zwischen Mutter- und Nicht-Muttersprachlern immer mehr, sodass von Integration nicht mehr die Rede sein kann …

Es ist eine widersprüchliche Situation, dass einerseits Flüchtlinge möglichst dezentral im Land verteilt werden, um Integration zu ermöglichen, und an einzelnen Schulen sogenannte DaZ-Zentren geschaffen werden, in denen Flüchtlingskinder zusammen mit Migrantenkindern die Mehrheit stellen.

Der Migrationsanteil liegt an einigen Schulen ja bereits bei über 50 Prozent – so kann Integration nicht gelingen – das Gegenteil passiert! Genau dies haben Ende letzten Jahres ja auch die Elternvertreter der Sönke-Nissen-Schule in Glinde öffentlich gemacht. Die Glinder Schule ist bei weitem kein Einzelfall, dies gilt insbesondere für die Städte.            

In der vom Rendsburger Bürgermeister Pierre Gilgenast unterzeichneten Mitteilungsvorlage heißt es in diesem Zusammenhang: „Die Schulen berichten hierzu, dass alle Kapazitäten in den DaZ-Klassen absolut erschöpft sind.“

Mit DaZ-Zentren an wenigen Schulen leistet man einer Ghettoisierung Vorschub. So verhindert man sehenden Auges die Integration! Im überschaubaren Rahmen einer Klassengemeinschaft kann man hingegen sehen, wie Integration gelingen kann, wenn nur die Voraussetzungen gegeben wären.

In einer Stammklasse mit höchstens zwei DaZ-Schüler würden Flüchtlingskinder die deutsche Sprache aus eigenem Antrieb, quasi nebenbei, lernen. Schwierig wird es hingegen immer dann, wenn das Verhältnis zwischen Muttersprachlern und DaZ-Schülern schlechter ist oder auch dann, wenn es zusätzliche Beeinträchtigungen gibt.  

Der Förderbedarf vieler DaZ-Schüler ist allerdings auf Grund der Lernrückstände immens. Das Ifo-Institut der Universität in München hat festgestellt, dass „Zwei Drittel der Achtklässler in Syrien nicht einmal ein Kompetenzniveau erreichen, das der untersten Stufe des Pisa-Tests entspricht.“

Die Lehrer packen bereits Probleme an: Unter dem Motto „Wir holen die Schüler dort ab, wo sie stehen“ gehen die Lehrer an die Grenzen des Leistbaren. Mit den 252 zusätzlichen  DaZ Lehrkräften und der Verlängerung der sogenannten DaZ-Option im Vorbereitungs-dienst um zwei Jahre stehen jetzt Ressourcen zur Verfügung, um die bisherigen DaZ-Lehrer endlich zu entlasten. Wir begrüßen zudem den Vorschlag von Jamaika, Alphabetisierungskurse in zusätzlichen Lerngruppen verstärkt anzubieten.                                                       

Denn nur mit einer spezifizierten Alphabetisierungsdidaktik lässt sich die deutsche Sprache effektiver lernen. Die Forderung der Jamaika-Koalition in den DaZ-Kursen Mathematik einzuführen, lehnen wir allerdings ab. Stattdessen wollen wir die großen Lernrückstände durch eine spezifizierte sonderpädagogische Förderung verringern.

Die Lehrkräfte an den Grund- und Gemeinschaftsschulen brauchen Sonderschulpädagogen, um den gestiegenen sonderpädagogischen Förderbedarfen – damit sind deutsche als auch DaZ-Kinder gemeint – , gerecht zu werden. Leider fehlen uns pädagogisch voll ausgebildete Sonderschullehrer an diesen Schulen.

Die AfD-Fraktion fordert daher die Landesregierung auf,

  1. weitere Planstellen im Bereich der Förderschulen zu finanzieren
  2. an den Grund- und Gemeinschaftsschulen eine Doppelbesetzung mit jeweils einem Sonderschullehrer anzustreben
  3. DaZ-Klassen - wann immer möglich –, an jeder Schule einzuführen, damit Integration gelingen kann.


Weitere Informationen:

  • Antrag Fraktionen von CDU, GRÜNEN und FDP „Integration durch gute Deutsch als Zweitsprache“ (Drucksache 19/451) vom 30.11.2017:

http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl19/drucks/00300/drucksache-19-00382.pdf

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