Dr. Frank BrodehlNach Ende der Grundschulzeit kann rund ein Fünftel aller Kinder nicht richtig lesen, schreiben und rechnen. Bildungsministerin Karin Prien verneint im heutigen KN-Interview die Frage, ob dies mit dem eingeschlagenen Weg der Inklusion zusammenhängt und möchte "den Bereich der Inklusion reformieren". Dr. Frank Brodehl, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, erklärt hierzu:

"Es war ein Fehler, Förderzentren im großen Stil zu schließen, um alle gemeinsam unterrichten zu können.  Die sonderpädagogische Förderung von Kindern mit einer Behinderung in Regelschulklassen quasi nebenbei zu gewährleisten, konnte nicht funktionieren. Die Folgen sind bekannt: Überlastung der Lehrer einerseits, unzureichende  Förderung der Schüler andererseits. Einen Weg, der sich als falsch erwiesen hat, reformiert man nicht: man verlässt ihn, und kehrt um – wie schon beim Turbo-Abi.

Dies bedeutet nicht, dass man Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf nicht –wo immer sinnvoll und möglich – in Regelschulen integrieren sollte; hierzu müssten aber zuerst die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Eine durchgehende Doppelbesetzung durch Regelschullehrer und Sonderschullehrer ist hierfür die Lösung - alles andere bliebe Kosmetik.

Die Defizite beim Lesen, Rechnen und Schreiben bilden nur die sichtbare Spitze des Eisberges. Grundschule soll unsere Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern, ihnen Werte vermitteln und zur Leistungsbereitschaft erziehen. Anstatt Lehrern für diese Anforderungen, die sie neben der reinen Wissensvermittlung zu leisten haben, wieder genügend Freiräume zu schaffen, dreht Ministerin Prien derzeit noch immer nur an ein paar Stellschrauben. Dabei wäre es höchste Zeit, einen klaren Schnitt zu machen. Schule muss sich wieder um die Kinder drehen und nicht um ideologische Wunschträume."

Weitere Informationen:

  • „Kieler Nachrichten“-Interview mit Bildungsministerin Karin Prien vom 2. Februar 2018:

http://www.kn-online.de/Nachrichten/Politik/Karin-Prien-zum-Grundschullehrer-Mangel-Schaetzung-ist-unverantwortlich

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